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„Spotlight“-Referat von Andreas Wilms, Kurs 12.1
Der Absolutismus
Der Begriff „Absolutismus“ (von lat. absolvere - loslösen) verrät selbst schon viel über diese Regierungsform: Der Herrscher ist von allen Abhängigkeiten losgelöst. Im Mittelalter war die Macht der Könige
recht eingeschränkt; ein König war so z. B. auf die souveränen (adligen) Landesfürsten seines Reiches angewiesen, um Gesetze durchzusetzen oder Kriege zu führen. Er war gleichsam ein „primus inter pares“.
Es muss also die Frage geklärt werden, wie das mittelalterliche Feudalsystem überwunden wurde, wie sich der Personalverbandsstaat zum Territorialstaat entwickelte und die Zentralisierung der Macht bei einer Person
durchgesetzt werden konnte. Dies will ich am Beispiel Frankreichs unter Ludwig XIV. zeigen.
Um die Macht an sich zu binden, musste Ludwig zuerst die alten Machtinstitutionen ausschalten. Er holte den französischen Landadel, der eine eigene Politik betrieb und eigennützig handelte, an seinen Hof in
Versailles. Dort wurden die Adligen mit rauschenden Festen unterhalten und hatten keine Zeit mehr, sich um ihre Geschäfte und um Politik zu kümmern. Ludwig hatte freie Hand, einen Zentralstaat zu schaffen und in
diesem eine einheitliche Politik zu betreiben. Die königlichen Gesetze wurden mit Hilfe einer neugeschaffenen Verwaltung in allen Landesteilen von Beamten durchgesetzt. Die Beamten rekrutierten sich alle aus dem
Dritten Stand, genauer gesagt dem Bildungsbürgertum, und waren vollkommen von der Gunst des Königs abhängig, da sie ja keine Machtbasis in Form von Grundbesitz wie Adlige hatten. Um Unruhen sofort im Keim zu
ersticken, stationierte Ludwig sein stehendes Heer, das auf ihn eingeschworen war, in allen Teilen Frankreichs. Die Soldaten waren fest angestellt, erhielten Sold und mussten hart exerzieren. Ordnung,
Disziplin und absoluter Gehorsam waren die wichtigsten Prinzipien. Mit diesem Heer konnte Ludwig viele Siege in seinen zahlreichen Kriegen mit den europäischen Nachbarstaaten erringen.
Auch die Wirtschaft wurde neu geordnet und es erfolgte der Übergang von der Landwirtschafts- zur Industriegesellschaft. Die wichtigste Neuerung war die Manufaktur, ein Vorläufer der Fabrik. Durch Umgestaltung des
Arbeitsprozesses wie z. B. Arbeitsteilung wurde Massenproduktion ermöglicht. Die Produktion in den Manufakturen war durchaus gewinnträchtig, allerdings brauchte Ludwig das Geld auch, um sein Heer und seinen Hof zu
bezahlen. Um die Wirtschaft noch mehr zu stärken, betrieb der König eine nur auf den Nutzen Frankreichs abzielende Wirtschaftspolitik, den sogenannten Merkantilismus.
Um auch die religiöse Einheit wiederherzustellen, die ja seit der Reformation nicht mehr gegeben war und das Land ebenfalls in zwei Lager teilte, wurde die katholische Kirche zur Staatskirche.
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