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Ernst Klaus Schneider, Detmold
Pilotprojekt „Der Feuervogel“
Schulen einer Region kooperieren mit einem Orchester. Ein Orchester besinnt sich auf die Schulen.
(erschienen in: PÄD Forum 2000, Heft 4, S. 303-306, 315)
Sich begegnen und ein Konzert gemeinsam gestalten: Der Abschluss des Pilotprojektes.
Das Finale war mit richtigen Musikern viel feierlicher als im Unterricht.
Beim Höllentanz habe ich mich jedesmal bei den Pauken erschreckt, obwohl ich das doch kannte. (Schüler Kl. 6)
Wir übernahmen Konzertpatenschaften für unsere kleineren Schüler. Eine tolle Sache, die beiden Seiten voll Spaß gemacht hat.
... eine Veranstaltung von Schülern für Schüler ... (Schülerin Kl. 10)
Es ist ein sehr gelungenes Unterrichtsprojekt geworden, das sowohl Lehrerinnen als auch SchülerInnen bestimmt nicht so schnell vergessen werden! (Lehrerin)
Diese Äußerungen beziehen sich auf ein öffentliches Konzert als Kulminationspunkt eines größeren Vorhabens, das Schüler und Lehrer verschiedener Schulen und ein Sinfonieorchester gemeinsam durchgeführt haben. Im Saal
hatten sich etwa 500 Menschen versammelt. Auf der Bühne saß das Orchester in großer Besetzung, auf den Pulten die Noten des „Feuervogel“ von Igor Strawinsky.
In den Stuhlreihen nahmen die Schüler Platz, ältere und jüngere gemischt, teils kostümiert und geschminkt; viele aufgeregt vor ihrem Auftritt, bei dem sie ihre Unterrichtsergebnisse präsentieren sollten. Von der
Saaldecke hingen riesige Fahnen mit den Hauptpersonen des Märchens vom „Feuervogel“, entworfen von Schülern einer 5. und in gemeinsamer Arbeit realisiert mit einer 10. Klasse. Beide Klassen saßen nun zusammen im
Saal. In Vitrinen standen Modelle von Bühnenbildern zum Ballett, die im Kunstunterricht einer anderen Schule entwickelt worden waren; an Stellwänden hingen Bilder, Schülerarbeiten zur Thematik. Eine Klasse 10 hatte
zur „Introduktion“ von Strawinsky mit großem Aufwand ein Video gedreht. Der Film flimmerte zu Beginn des Konzerts über die Leinwand, wie im Kino früher wurde die Musik dazu vom Orchester live gespielt.
Andere Schüler führten, vom Orchester begleitet, Tanzchoreographien vor, die sie zu einzelnen Sätzen der Musik im Musikunterricht entwickelt hatten; sie bauten Standbilder auf. Schließlich spielten die Musiker eine
Schülerbearbeitung des Finales, die im Musikunterricht mithilfe des Computers entstanden war. Alle Anwesenden hatten sich auf das Konzert vorbereitet, alle wirkten mit. Nur gemeinsam mit anderen ist ein solches
Vorhaben durchführbar; jeder trägt einen kleinen Baustein bei. Nach 60 Minuten ist das Konzert zu Ende. „So viel Arbeit - und so schnell geht es vorbei.“ Auch eine Einsicht in die Kunstausübung.
Zuletzt erklangen drei Sätze der „Feuervogel-Suite“ wie in einem traditionellen Konzert. Es war eine Veranstaltung von Schülern und Musikern für Schüler und Musiker – an einem Ort, an dem die Musik in besonderer
Weise leben und erlebt werden kann, ein „Höhepunkt des Schuljahres“, wie eine Lehrerin urteilte.
Kulturelle Veränderungen als Chance für den Musikunterricht: Der Ausgangspunkt.
Das Konzert war das Ergebnis eines drei Monate zuvor begonnenen Vorhabens. Der Anstoß dazu kam von zwei Seiten: Wie könnte der Musikunterricht für den Einzelnen persönlicher, erlebnishafter und verbindlicher werden,
ohne das Fachliche aufzugeben? Wie kann ein Sinfonieorchester Attraktivität für neue Hörerschichten gewinnen?
Der von allen zu beobachtende rasante kulturelle Wandel und der Bedeutungsverlust bisheriger Bildungswelten werden das Musikleben wie auch den Musikunterricht nachhaltig verändern. Scheinbar Selbstverständliches wird
verloren gehen. Die Veränderungen bergen zugleich die Chance, Schülern neue Erfahrungsmöglichkeiten im Umgang mit Musik zu öffnen und den Unterricht in der Schule verbindlicher wie lebensnäher zu gestalten. Die
Öffnung neuer Erfahrungsräume bedarf freilich der Zusammenarbeit aller, die sich an der musikalischen Bildung von Kindern und Jugendlichen beteiligen können und Anstrengungen hierfür nicht scheuen. Das Pilotprojekt
„Der Feuervogel“ ist ein Beispiel dafür, wie Schulen (Gesamtschulen, Realschulen, Gymnasien in der Region Herford), eine Musikhochschule (Detmold) und ein Kulturorchester (Nordwestdeutsche Philharmonie Herford) in
neuer Weise kooperieren können. Dabei zeigt sich, dass Schulen nicht mehr selbstgenügsam bei sich selbst zu bleiben brauchen, sondern mit großem Gewinn Verbindungen aufnehmen können zum Musikleben draußen. Die
Orchester auf der anderen Seite werden ihre Autarkie verlieren; sie müssen sich für neue Anforderungen öffnen und Vermittlungsaufgaben übernehmen, wenn sie langfristig nicht ihre Existenz gefährden wollen. Diese
Vorgänge werden auch das „innere“ Leben eines Orchesters und
Verbindungsnetze zwischen schulischen und außerschulischen Bildungswelten knüpfen. Ernstfälle schaffen: Die Konzeption des Vorhabens.
1. Das Orchester plant neue Formen der Konzertgestaltung, die von den üblichen Ritualen auch der Schulkonzerte abweichen. Andere Institutionen
werden einbezogen (auch zur Finanzierung!).
2. Schülerinnen und Schüler wirken z.B. durch Singen, durch eigene musikalische Gestaltungen, durch Tanzaktionen oder Bilder aktiv und voll verantwortlich in den
Konzerten mit. Das kann nur erreicht werden, wenn die Konzerte in den teilnehmenden Klassen intensiv vorbereitet werden. Der Unterricht soll zu Arbeitsergebnissen führen, die im Konzert von den Schülerinnen und
Schülern präsentiert werden können. Damit gewinnt der Unterricht an Verbindlichkeit.
3. Beim Ablauf des Konzerts ist ein besonderes Augenmerk auf die zeitweise Aufhebung der starren Fronten zwischen Podium und Saal, zwischen Musikern und Zuhörern,
zwischen Fachleuten und Laien zu richten, um Kontakte zu stiften und personale Bezüge anzubahnen.
4. Die Vorüberlegungen und Planungen sind verknüpft mit intensiver Lehrerzusammenarbeit. Lehrerinnen und Lehrer sind als Partner in die Planung einbezogen; viele
methodische Anregungen gehen auf sie zurück und werden für das Konzert in den Schulen ausgearbeitet. Dies führt zu erheblichen Belastungen, aber auch zu einer Veränderung des Musikunterrichts: Er bereichert das
Schulleben. Durch den Austausch wird zugleich das Methodenrepertoire der Lehrer erweitert.
5. Das Konzert gliedert sich in Phasen der Einführung und der Schülerbeteiligung sowie in Phasen, in denen jeder Zuhörer längere Zeit allein mit der Musik und sich
selbst bleibt (konzertmäßige Aufführung).
6. Es bilden sich Partnerschaften zwischen höheren Klassen und Klassen der Unterstufe, wenn die älteren Schüler mit den jüngeren zusammen eine Darbietung im
Konzert vorbereiten. Das stärkt die persönliche Bedeutsamkeit des Vorhabens für den Einzelnen, führt aber auch – pragmatisch gesehen - zu einer altersmäßigen Durchmischung des Publikums mit der Folge, dass Ruhe beim
Erklingen von Musik und wirkliches Zuhören erreicht wird.
7. Eltern unterstützen die Arbeit ihrer Kinder, indem sie bei der Fertigstellung von Requisiten mitwirken, technische Hilfen zur Verfügung stellen, Materialien
beschaffen.
„Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky. Ballettsuite in der Fassung von 1919: Der Gegenstand.
Ausgewählt wurde „Der Feuervogel“ von Igor Strawinsky; das Stück eignet sich gut als Gegenstand für einen fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterricht auf verschiedenen Klassenstufen. Das Werk ist
überdies ein herausragendes und exemplarisches Beispiel der Ballettgeschichte. 1910 wurde es in Paris uraufgeführt. Es erzählt nach russischen Märchen die Geschichte vom Feuervogel und seiner Traumwelt, vom
finsteren Kastschei und dem verzauberten Garten, von den gefangenen Prinzessinnen und ihrer Erlösung, vom Iwan Zarewitsch und der Zarewna mit der Wendung zum Guten am Ende. Der Konstellation der drei Zentralfiguren
entspricht die dreischichtige Musik mit folkloristischen Elementen in Melodie und Rhythmus (Iwan), mit der Chromatik und dunklem Orchesterfarben (Kastschei) und dem farbigen impressionistischen Orchesterklang
(Feuervogel). Jede Veränderung der Handlung wird hörbar in der Musik. Für eine Aufführung 1945 in New York schuf Marc Chagall die Bühnenbilder und Kostümentwürfe. 1919 hat Strawinsky aus den 19 Nummern des Balletts eine sechssätzige Orchestersuite (2. Fassung) zusammengestellt
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Kreuz- und Quergänge mit der Musik: Die durchgeführten Arbeitsvorhaben der Schulen. Berichte und Kommentare.
1. Ein Video zur „Introduktion“ erstellen und im Konzert mit den Musikern vorführen (Deutsch, Kunst, Musik).
Musik kann besonders gut Atmosphären erzeugen; Schüler können schnell und in der Regel äußerst treffend Atmosphären erfassen. Und nicht nur in der Musik ist es die Aufgabe einer Introduktion, in eine Grundstimmung
einzuführen, die mit dem gesamten Werk etwas zu tun hat. Das Spüren einer solchen Atmosphäre ist nicht auf einen
einzigen Sinn bezogen, sondern wird ganzheitlich erlebt. So liegt es nahe, die über das Ohr intuitiv wahrgenommene
Atmosphäre durch die bewusste Gestaltung einer passenden visuellen Komponente in Form eines Filmes zu ergänzen, wobei der Erfahrungshintergrund der Schüler in besonderer Weise zur Geltung kommt.
Nach Vorstellung des Vorhabens war es Anfangsaufgabe für die Schüler einer Klasse 10 (RS), ohne Kenntnis der
Geschichte einen eigenen Titel für die kurze Introduktion zu finden und sich schließlich auf einen gemeinsamen Titel zu
einigen. Schon die Titelsuche und die Diskussion darüber führte zu einer intensiven und genauen Beschäftigung mit der
Musik – ganz ohne Noten – und zum klaren Erfassen von Änderungen der musikalischen Szene. Zum Titel „Landschaft im Winter“, auf den man sich geeinigt hatte, wurden Bildvorstellungen gesammelt, auch praktisch durch
Filmen in der Landschaft gewonnen. Ein auf den Zeitablauf der Musik und die Ausdrucksgestaltung abgestimmtes
Drehbuch wurde verfasst. Es entstand der Film einer Winterlandschaft durch Reihung von Einzelbildern: Sonnenlicht,
gebrochen durch das Geäst - tropfende Eiszapfen - trockenes Laub – ein verschneiter Wald mit Rehen – ein Bach im Schnee, später dann eher fließendes Wasser, Häuser in Detailaufnahmen ohne Menschen – schließlich die
Wiederkehr anfänglicher Bildeindrücke. Das alles nun genau mit der Musik koordiniert, den Nuancen der Musik folgend.
Nichts in diesem Unterricht ging schnell. Viele Stunden wurde nachmittags gefilmt, ausgewählt und zugeordnet,
geschnitten. Ohne technische Hilfe durch Eltern hätte es nicht geklappt. „Als der Film endlich fertig war, realisierten
wir die nächste Idee. Wir übernahmen Konzertpatenschaften für unsere kleineren Mitschüler. Eine tolle Sache, die beiden Seiten voll Spaß gemacht hat.“ (Kommentar einer Schülerin)
Im Konzert wurde der Film kurz kommentiert und dann vorgeführt mit Live-Musik: Das Orchester spielte.
2. Standbilder und Masken bauen, die den Ablauf im Konzert verdeutlichen und szenisch gliedern (Deutsch, Kunst, Musik).
In einer Kl. 5 (RS) wurde zuerst das russische Volksmärchen vom „Feuervogel“ thematisiert, die Musik mit und ohne
eigene Tanzbewegung gehört und schließlich eigene Zauberermusik entwickelt. Die Schüler formulierten selbst eine
Kurzfassung des Märchens mit Abschnitten entsprechend der Satzfolge in der Musik. An einem Projekttag bauten sie
mit Kunst- und Musiklehrerin und Schülern einer 10. Klasse Standbilder und fertigten dazu passende Masken an.
Standbilder sind durch Personen dargestellte Situationen, quasi erstarrte Momente eines Handlungsablaufs, „gestellte
Schnappschüsse“. Sie lassen sich nur realisieren, wenn die Schüler Personenkonstellationen, Haltung und Gefühlslage
der Einzelpersonen genau wahrnehmen und in ihrer persönlichen Darstellung einem Publikum öffentlich machen müssen.
Indem die Schüler im Konzert vor den einzelnen Sätzen entsprechend maskiert die Standbilder vor dem Publikum
aufbauten und das Märchen in Abschnitten vorlasen, schafften sie Übergänge zwischen den Sätzen, zeichneten den inhaltlichen Zusammenhang und sorgten für die Einstimmung auf das jeweils Neue.
3. Entwicklung von Bühnenbildern zu den Szenen einschließlich der Kostüme. Darstellung in Modellen (Kunstunterricht).
Ausgangspunkt für die Arbeit einer 10. und 11. Klasse (Gy) war die Musik von IgorStrawinsky, insbesondere die Beobachtung der Klangfarbe als Ausdrucksträger und der Rhythmus als Bewegung im Raum und Zeit. Ihre
Eindrücke gaben die Schüler in Form von Farbskizzen wieder. Bevor die Klassen an die Entwicklung der Bühnenbilder selbst gingen, wurden in einem Theorieschub Konzepte für die Verknüpfung von Musik und Malerei
(insbesondere Delaunay) vorgestellt. Auf dieser Basis wurden die Bühnenbilder entworfen und als Modelle ausgearbeitet. Sie wurden im Konzertsaal in Vitrinen ausgestellt und gewannen für die Schüler einen hohen
Identifikationswert.
4. Gute-Nacht-Rituale heute und Wiegenlieder früher (Deutsch/Musik).
Musik vor dem Einschlafen war Unterrichtsthema in einer Klasse 9 (RS). Musik ist ein uraltes Mittel, Menschen still werden zu lassen. Alte Wiegenlieder oder auch die Berceuse aus dem „Feuervogel“ sind ein Zeugnis dafür. Sind
Wiegenlieder heute verklungen? Singen Eltern heute noch am Bett ihrer Kinder Lieder und welche sind es? Inwieweit
hat die Gute-Nacht-Musik oder Gute-Nacht-Geschichte aus dem Lautsprecher den singenden Menschen abgelöst? Die Schüler führten dazu bei Unterstufenklassen eine Befragung
durch und werteten diese aus. Andere Schüler sammelten Einschlafmusiken, schrieben eigene Wiegenlieder oder dichteten bekannte Wiegenlieder um. Die
„Berceuse“ blieb dabei Bezugspunkt. Im Konzert wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Schlaf, Kiffer, schlaf,
dein Vater kauft das Gras,
deine Mutter baut das Jonnilein,
zieh` schön dran, dann schläfst du ein.
Schlaf, Kiffer, schlaf! (N.M. 9.Kl.)
5. Übertragung des „Feuervogel-Tanzes“ und des „Reigens der Prinzessinnen“ in Bewegungsgestaltungen (Klasse 6 RS und GY).
Aus der Gesamtkenntnis des Balletts heraus entwickelten Klassen Bewegungsgestaltungen, die die unterschiedlichen
Bewegungs- und Formabläufe innerhalb der Musik als szenisches Geschehen sichtbar machen. Durch Kostümierung
wurde die Anschaulichkeit erhöht. Bei der Vorführung im Konzert konnten die Zuhörer mit dem Auge verfolgen, was
in der Musik geschieht; sie konnten umgekehrt entdecken, wie die Musik Körperbewegungen und Emotionen auslöst.
6. Arbeit mit Neuen Medien: Instrumentierung des Finales mit Hilfe des Computers (Kurs 11 GY)
Der Musikkurs entwickelte eine eigene Instrumentierung des Finales und realisierte dies mit Hilfe des Computers. Die
Aufnahme wurde im Konzert über Lautsprecher eingespielt und anschließend vom Orchester entsprechend dem
Arrangement der Schüler gespielt. Zum Abschluss erklang das Original. Für die Schüler wurde die Bedeutung der
Klangfarbe für den Ausdruck einer Musik wirklich erlebt. Aber auch die Unterschiede zwischen Life-Erlebnis und dem Hören über Medien wurden erfahrbar.
Der Ablauf des Konzerts in Stichworten
1. Begrüßung des Publikums durch den Moderator. Hinführung zur Thematik durch Erklären der Schülerarbeiten (Fahnen, Bilder, Bühnenbilder).
2. Begrüßung des Orchesters mit Beifall. Stimmen. Spiel Introduktion.
3. Aufbau 1. Standbild und Vorlesen des 1. Abschnitts des Märchens durch Schüler.
4. Tanzgestaltung zu „Der Feuervogel und sein Tanz“. Vorführen der Einzelelemente der Musik durch das
Orchester; Umsetzung in Bewegung durch Schüler. Vorspiel des Stücks zusammen mit der Bewegungsgestaltung der Klasse.
5. „Reigen der Prinzessinnen“. Verkörperung der verwendeten Instrumente durch Schüler.
6. Schüler liest Fortsetzung des Märchens. Bei einem Stichwort erklingt der „Höllentanz des Königs Kastschei“.
7. Einführung in die Wiegenliedthematik durch den Moderator. Hinweise auf die Ergebnisse der Befragung und auf
die ausgestellten Schülerarbeiten. Vorspiel „Reigen“.
8. Schüler erzählt das Märchen bis zum Ende. Schülerin erklärt das Instrumentationsprojekt mit dem Computer.
Einspielung der Schülerbearbeitung über Lautsprecher. Live-Aufführung der Schülerinstrumentation. Vorspiel des Finales im Original.
9. Konzertmäßige Aufführung der Sätze Introduktion, Tanz des Feuervogels, Höllentanz des Königs Kastschei und des Finale.
Rückblicke
- Vergleichbare Vorhaben sind auch mit weit weniger Aufwand und weniger Kolleginnen und Kollegen
durchzuführen. Es muss auch kein Sinfonieorchester sein. Kleinere Ensembles, eine Bigband, ein Gamelan-Ensemble u.a.m. können Kooperationspartner sein. In den Detmolder Familienkonzerten ist dies
längst erprobt. Freilich ist es hilfreich, wenn eine Person über die inhaltlichen Überlegungen hinaus auch organisatorische Maßnahmen bedenkt, die in ihrem Aufwand nicht zu unterschätzen sind: Planung mit dem
Ensemble; Wahl des Raumes; Finanzierung, Anzahl der Besucher, Anreise; Absprachen mit den Schulen und gegebenenfalls mit den Schul- oder Kulturämtern. Nach den Erfahrungen im Pilotprojekt „Feuervogel“ ist es
ein Aufwand, der sich lohnt.
- Die Kooperation zwischen den Schulen und der Nordwestdeutschen Philharmonie bot den Schülern
Erfahrungsmöglichkeiten, die in der Schule oftmals verkümmern: Die Mitwirkung der Schüler im Konzert war eine echte Herausforderung. Denn die Entwicklung von Bühnenbildern und Fahnen oder die Gestaltung von
Filmen und Tänzen sperren sich gegen schnelle Bewältigung. Sie verlangen die volle und anhaltende Aufmerksamkeit; sie erfordern viel Zeit und viel Kraft, auch die Überwindung von Frustrationen. Ohne Üben
geht nichts. Ein solches Projekt vermittelt einen intensiven Einblick in künstlerische Arbeit. Die Grenze zwischen dem Lernen in der Schule und dem Lernen im Alltag wird verwischt.
- Die Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülern wurden gern angenommen und führten dazu,
dass die Älteren Verantwortung für die Jüngeren übernahmen.
- Die Lösung der Aufgaben innerhalb des Projekts verlangt Einfallsreichtum. Fantasie allein aber bewirkt
nichts. Sie muss sich in der Aufgabenstellung und in der Sache bewähren. Ein befriedigendes, auch von den
anderen Zuhörern anerkanntes Ergebnis verlangt die oft mühselige Ausarbeitung des fantasievoll entworfenen
Plans. Wenn dann die Vorführung im Konzert gelingt, haben Schüler nicht nur etwas über Musik gelernt. Sie
gehen auch als Person gestärkt aus dem Saal. Ob sie später zu Konzertbesuchen zurückkehren? Mit dieser Frage ist ein gut Teil Zuversicht verbunden.
- Die eingesetzten Vermittlungsmethoden sind Standards in Familienkonzerten und im übrigen in jedem Musikunterricht zu nutzen.
- Die Teilnahme am Pilotprojekt „Feuervogel“ wurde von allen Beteiligten als fächerverbindender Unterricht
mit Langzeitwirkung eingeschätzt und als Bereicherung empfunden.
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